Der Mann im Goldrahmen

Info

Ein packender, sensibel und präzise geschriebener Roman, der von der Idylle der Oberflächen in die Abgründe menschlichen Daseins führt.

„Die Vorstellung, dass ich anfange, Stephan Stück für Stück zu vergessen, erschreckt mich. Jetzt habe ich vergessen, wie sich sein Arm anfühlte, dann werde ich seine Oberschenkel vergessen, später seine Hände, seinen Bauch, und irgendwann werde ich seinen Kopf vergessen, sein Grübchen am Kinn, seine Augen. Nein, die Augen werde ich nicht vergessen, die nicht, nehme ich mir vor. Aber ganz sicher bin ich mir nicht. Und irgendwann wird es nur mehr das Foto geben, wie er dort auf dem Stein am Seeufer sitzt und nur ein Schatten ist.“

Eine Frau, nicht mehr ganz jung und Fotokünstlerin von Beruf, zieht sich ein Jahr lang aufs Land zurück, um dort in der Einsamkeit ein ganz spezielles Projekt zu verwirklichen: Jeden Morgen um exakt dieselbe Zeit will sie aus dem Kabinettfenster ein Foto schießen, das den Blick auf einen Kirschbaum, ein Gartenhäuschen, einen Kirchturm freigibt. Ihr erwachsener Sohn David, der in der Stadt zurückbleibt, ist dabei ihre wichtigste Bezugsperson, die Beziehungen zu anderen Menschen dagegen werden sporadisch und verblassen nach und nach. In der intensiven Beschäftigung mit der physischen Außenwelt und dem fotografischen Blick auf minutiöseste Veränderungen in der Natur stellt sich die Frau ihren Erinnerungen an einen Mann, den sie für kurze Zeit einmal geliebt hat. Sie selbst hat diese Beziehung beendet, und doch lässt die Geschichte sie nicht los.

Leseprobe (PDF)

  • Hardcover – EURO 19,90
    ISBN 978-3-903091-06-1
    296 Seiten, Roman
    VÖ 8.2.1016
  • eBook – EURO 9,99 – erhältlich auf allen Plattformen
    ISBN 978-3-903091-12-2
    296 Seiten, Roman

Pressestimmen

Bücherschau
Die Bilder aus der Vergangenheit verdichten sich mit dem Lebensalltag der Erzählgegenwart zu einem spannenden Handlungsgeflecht, das die Autorin sprachlich schnörkellos und besonnen, stilsicher und klar, in einem gleichmäßig und ruhig wie ein Fluss dahinfließenden Ton nach und nach entwirrt.

Fixpoetry
Judith Gruber-Rizy hat einen beeindruckenden Roman geschrieben, in dem sich wie in einem Mosaik die Einzelteile allmählich zusammenfinden. Er ist spannend und berührend zugleich.

etcetera – Literaturzeitschrift
Fotos zum Nachdenken…

Literarisches Österreich 2016/2, Zeitschrift des Österreichischen SchriftstellerInnenverbandes – Christian Teissl
Ein hoch poetisches Prosawerk, das vieles in einem ist: ein Roman über das Altern und über die Einsamkeit, über die Last des gelebten und, noch mehr, des ungelebten Lebens, über die Beziehung einer Mutter zu ihrem Sohn und, nicht zuletzt, über das Abenteuer des Alltags.

Asphaltspuren – 29.3.2016
Tiefsinige Idylle in glasklarer Sprache

Literaturhaus Wien – Judith Gruber-Rizy “Der Mann im Goldrahmen”, 14.3.2016
Vielmehr ist es interessant, sich in diese verlangsamte Prosa zu versenken, die es versteht, aus vielen kleinen alltäglichen Geschehnissen und Beobachtungen einen fein gewobenen Lebensteppich der Protagonistin zusammenzusetzen, einer modernen Künstlerin, die trotz aller Erfahrung und Selbständigkeit das Gefühl nicht loswird, an einem entscheidenden Punkt ihres Daseins falsch abgebogen zu sein…

Autorin
Judith-Gruber-Rizy

Foto: Benjamin Rizy

Geboren am 1.November 1952 in Gmunden, aufgewachsen in Oberösterreich (Altmünster und Attnang-Puchheim). Zwischen 1971 und 1990 als Journalistin bei verschiedenen Zeitschriften und Zeitungen hauptsächlich in Wien tätig. Daneben Studium der Germanistik und Theaterwissenschaften in Wien. 1986 Promotion zum Doktor phil. mit einer Dissertation über den oberösterreichischen Schriftsteller Franz Kain. Lebt freischaffend in Wien und Oberösterreich (Bad Leonfelden).

Literarische Arbeiten seit 1991. Zahlreiche Veröffentlichungen in verschiedenen österreichischen Literaturzeitschriften und Anthologien sowie im Hörfunk. Ausgezeichnet mit dem Theodor-Körner-Preis und dem Max-von-der-Grün Literaturpreis. Teilnahme an Text und Kritik 2007 in Liechtenstein. Mehrere projektbezogene Arbeitsstipendien des Bundes und des Landes Oberösterreich.

Mitglied der Grazer Autorinnen Autoren Versammlung, stellvertretende Vorsitzende des Österreichischen Schriftstellerverbandes von 2009 – 2013, Mitglied der europäischen Autorenvereinigung Kogge.

Veröffentlichungen:
„Aurach“ , Roman. Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra u. Wien 2002
„Zwischen Landschaft“, Kurzprosa. Edition Innsalz, Aspach-Wien-Meran 2006
„Einmündung“, Roman. Verlag Kitab, Klagenfurt 2008
„Drift“, Roman. Edition Art Science, St. Wolfgang – Wien 2009
„Schwimmfüchslein“, Roman, Limbus Verlag, Innsbruck 2013

Im Frühjahr 2016 erscheint ihr neuer Roman bei Verlag Wortreich.

„Mit „Der Mann im Goldrahmen“ versetzt Judith Gruber-Rizy ihre Leserschaft einfühlsam in eine innere und äußere Erlebenswelt,…“

Literaturhaus Wien

Die Geschichte einer fast erfüllten Sehnsucht – traurig schön und bewegend

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