Wien
Buchhandlungen in Wien: eine Übersicht der Literaturorte in der Innenstadt
Unabhängige Buchhandlungen in Wien liegen an erstaunlich wenigen Straßen. Wer sie kennt, findet an einem Nachmittag mehr als in einer Woche Suchen im Netz.
Ohne Öffnungszeiten und ohne Hausnummern: beides ändert sich, diese Seite nicht.
IÜbersicht: Buchhandlungen in Wien und ihre Straßen
Der Buchhandel verteilt sich nicht gleichmäßig über die Stadt. Die Häuser sitzen in Bändern, und diese Bänder sind seit Jahrzehnten dieselben: die Wollzeile und der Graben in der Inneren Stadt, die Schottengasse gegenüber der Universität, dazu die Mariahilfer Straße als die lange Einkaufsachse zwischen dem sechsten und siebten Bezirk.
Wer sich diese vier Namen merkt, hat den größten Teil davon abgedeckt, also die Häuser, die mehr als ein Regal Belletristik führen. Alles andere ist verstreut, oft spezialisiert und selten fußläufig verbunden.
Für einen Nachmittag heißt das: Innere Stadt oder Mariahilfer Straße, nicht beides. Die Wege dazwischen kosten mehr Zeit, als die zusätzliche Auswahl wert ist.
IIDie Innenstadt und ihre Häuser
In der Inneren Stadt sitzt der Buchhandel dort, wo er immer saß. Morawa führt sein bekanntestes Wiener Haus in der Wollzeile, und die Verbindung ist so eng, dass viele Leute den Namen der Straße mitsprechen, wenn sie die Buchhandlung meinen. Ein paar Minuten weiter liegt der Graben, die kürzeste und teuerste Einkaufsstraße der Stadt.
Was die Innenstadt auszeichnet, ist nicht die Größe der Flächen, sondern die Dichte. Vier oder fünf Häuser liegen so nah beieinander, dass sich ein Titel vergleichen lässt, ohne in die Straßenbahn zu steigen. Wer ein bestimmtes Buch sucht und es nirgends bestellen will, fährt hierher.
Das gilt besonders für österreichische Romane aus kleinen Häusern. Sie liegen selten auf dem Stapeltisch und fast nie in Filialen an der Peripherie, aber in der Innenstadt stehen sie mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit im Regal.
IIIDie Mariahilfer Straße und die großen Filialen
Die Mariahilfer Straße funktioniert anders. Hier stehen die großen Flächen, und die bekannteste davon führt Thalia unter dem Namen der Straße selbst. Dieselbe Logik gilt in anderen Städten: die Häuser in Linz und in Amstetten heißen ebenfalls nach ihrer Lage, nicht nach einer Nummer.
Große Flächen haben einen Vorteil, den kleine nicht haben: Man findet dort, was man nicht gesucht hat, weil breit ausgelegt wird. Sie haben einen Nachteil, den kleine nicht haben: Was breit ausgelegt wird, ist überall dasselbe.
Für Neuerscheinungen aus Österreich lohnt sich deshalb der Umweg in die Innere Stadt, für alles, was in hoher Auflage erscheint, nicht. Das ist keine Wertung der Häuser, sondern eine Beschreibung dessen, wofür jede Betriebsgröße gebaut ist.
IVLiteraturorte, an denen nicht nur verkauft wird
Ein Teil der Literaturorte in Wien sind Läden, die abends die Stühle umstellen und jemanden vorlesen lassen. Aus den Programmen der vergangenen Jahre lässt sich das gut ablesen: Buchpräsentationen fanden regelmäßig in Buchhandlungen statt, nicht nur in Literaturhäusern.
Diese Doppelfunktion ist der eigentliche Grund, unabhängige Buchhandlungen in Wien aufzusuchen. Eine Handlung, die Abende veranstaltet, kennt ihr Sortiment anders als eine, die es nur einräumt, und das merkt man an der Beratung.
Wer gezielt nach solchen Abenden sucht, findet die größeren Veranstalter unter Lesungen. Die kleineren kündigen ihre Termine meist nur im Schaufenster und auf ihren eigenen Kanälen an, und genau deshalb steht hier keine Terminliste, die schon beim Lesen veraltet wäre.
VVor dem Weg in die Stadt
Drei Dinge ersparen einen vergeblichen Weg. Erstens: Wer einen bestimmten Titel will, ruft an oder bestellt vor. Buchhandlungen in Wien führen fast alles auf Bestellung, meist über Nacht, und das gilt auch für Titel, die seit Jahren nicht mehr im Laden liegen.
Zweitens: Wer stöbern will, geht in die Innere Stadt und nicht auf die Einkaufsachsen. Die Trefferwahrscheinlichkeit für kleine Häuser und unabhängige Läden ist dort deutlich höher, und die Wege sind kürzer.
Drittens: Öffnungszeiten und Bestände stehen auf den Seiten der Häuser selbst, und nur dort sind sie aktuell. Das ist der Grund, warum diese Übersicht der Literaturorte in Wien mit Straßen arbeitet und nicht mit Daten, die schon beim Schreiben zu altern beginnen.
?Häufige Fragen
Warum stehen hier keine Adressen und Öffnungszeiten?
Weil sich beides ändert und eine Seite, die nicht täglich gepflegt wird, damit schnell falsch liegt. Genannt werden Straßenzüge und Häuser, das bleibt richtig.
Warum werden nur wenige Häuser namentlich genannt?
Weil nur genannt wird, was sich belegen lässt. Der Wiener Buchhandel hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert, und eine Liste mit Häusern, die es womöglich nicht mehr gibt, wäre schlechter als eine kurze Liste.
Wo findet man österreichische Romane aus kleinen Häusern am ehesten?
In der Inneren Stadt, mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit als in großen Filialen an den Einkaufsachsen.
Gibt es eine Übersicht für Linz und Salzburg?
Für Buchhandlungen derzeit nicht. Die Literaturhäuser beider Städte stehen unter Lesungen.