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Österreichische Romane: Rezensionen, Neuerscheinungen und Buchtipps im Überblick

Rezensionen österreichischer Romane aus fünf Jahren: sieben Besprechungen, von einem Debüt über zwei Kriminalromane bis zu einer Annäherung an Dylan Thomas.

IAlle Besprechungen

  1. Über allem war LichtMagda WoitzuckRoman, 2015
  2. Ich Dylan IchPeter WawerzinekRoman, 2015
  3. Der Mann im GoldrahmenJudith Gruber-RizyRoman, 2016
  4. Rot wie SchneeVolker KaminskiRoman, 2016
  5. Schmidt ist totRaoul BiltgenKriminalroman, 2017
  6. WassermannMaria SternKriminalroman, 2018
  7. Was das Leben willBina KratschRoman, 2019

IIWas in den Rezensionen steht

Eine Besprechung hier hat drei Aufgaben. Sie sagt, worum es geht, ohne den Schluss zu verraten. Sie sagt, wie das Buch gebaut ist, also aus welcher Perspektive erzählt wird, in welchem Tempo und mit welchen Mitteln. Und sie sagt, für wen sich das lohnt, denn kein Buch ist für alle.

Rezensionen österreichischer Romane geraten leicht zur Inhaltsangabe mit Adjektiven. Dagegen hilft eine einfache Regel: Wer eine Besprechung liest und danach nicht weiß, ob er das Buch will, hat eine schlechte Besprechung gelesen. Die Entscheidung abzunehmen ist nicht die Aufgabe, sie zu ermöglichen schon.

Bei den Kriminalromanen kommt eine zweite Regel dazu. Die Mechanik eines Falls lässt sich beschreiben, ohne seine Lösung zu nennen, und wer das nicht schafft, sollte über etwas anderes schreiben. In den Besprechungen zu Schmidt ist tot und Wassermann steht deshalb, wie ermittelt wird, aber nicht, wer es war.

IIINeuerscheinungen und ältere Titel nebeneinander

Der Buchhandel kennt nur zwei Zustände: neu und nicht mehr neu. Für die Leserin ist das eine unbrauchbare Einteilung. Ein Roman von 2016 ist nicht schlechter geworden, nur weil inzwischen andere erschienen sind, und Neuerscheinungen aus Österreich verschwinden oft schneller aus der Auslage, als sich herumsprechen kann, dass es sie gibt.

Deshalb stehen hier Neuerscheinungen aus Österreich und ältere Titel in derselben Liste, chronologisch geordnet und sonst gleichberechtigt. Wer 2019 einen Roman über einen Lebenstausch gesucht hat, sucht ihn 2026 vielleicht immer noch, und dann soll er zu finden sein.

Die Angabe der ISBN steht aus demselben Grund bei jedem Titel. Ein Buch, das im Laden nicht mehr liegt, ist über die ISBN in jeder Bibliothek und in jedem Antiquariat eindeutig zu bestellen, ein Titel allein reicht dafür oft nicht.

Die sieben besprochenen Titel nach ErscheinungsjahrEin Regalbrett mit sieben Buchrücken. 2015 und 2016 stehen je zwei Titel, 2017, 2018 und 2019 je einer. Fünf sind Romane, zwei Kriminalromane.Sieben Besprechungen aus fünf JahrgängenDie besprochenen Titel nach Erscheinungsjahr und FormRoman, fünfmalKriminalroman, zweimalÜber allem war LichtMagda WoitzuckIch Dylan IchPeter Wawerzinek2015zwei TitelDer Mann im GoldrahmenJudith Gruber-RizyRot wie SchneeVolker Kaminski2016zwei TitelSchmidt ist totRaoul Biltgen2017ein TitelWassermannMaria Stern2018ein TitelWas das Leben willBina Kratsch2019ein TitelGelesen aus den sieben Besprechungen dieser Seite. Jeder Rücken steht für einen Titel, die Höhe bedeutet nichts.
Zwei Jahrgänge tragen je zwei Titel, drei je einen. Fünf Romane, zwei Kriminalromane.

IVBuchtipps nach Stimmung statt nach Genre

Wer österreichische Romane nach Genre sortiert, landet bei zwei Krimis und fünfmal Sonstiges. Nach Stimmung sortiert ergibt dieselbe Liste ein brauchbares Bild. Für lange Abende: Der Mann im Goldrahmen, ein Buch, das sich Zeit lässt und Zeit verlangt. Für Leser, die Tempo wollen: Schmidt ist tot.

Wer wissen will, wie ein Debüt klingt, bevor eine Autorin ihre Mittel routiniert einsetzt, liest Über allem war Licht. Und wer Prosa sucht, die sich um Gattungsgrenzen nicht kümmert, findet sie in Ich Dylan Ich.

Solche Buchtipps sind keine Wertung. Sie sind eine Sortierung nach der Frage, die man sich vor einem Regal tatsächlich stellt, nämlich wonach einem gerade ist.

VWas der Umfang über österreichische Romane verrät

Bei jedem Titel steht die Seitenzahl, und das ist keine Formalie. Die sieben besprochenen österreichische Romane reichen von 160 bis 304 Seiten, und diese Spanne entspricht ziemlich genau der Spanne dessen, was sie sein wollen.

Die kurzen Bücher hier sind die formal riskanteren. Ich Dylan Ich mit 160 Seiten und Was das Leben will mit 208 leben von einer Anlage, die auf doppelter Länge zusammenbrechen würde: eine durchgehende Ansprache an einen Toten im einen Fall, ein Personal aus personifizierten Abstrakta im anderen.

Die längeren tragen anderes. Schmidt ist tot braucht seine 304 Seiten für zwei parallele Ebenen, Der Mann im Goldrahmen seine 296 für eine Langsamkeit, die erst wirkt, wenn man sich an sie gewöhnt hat.

Rezensionen österreichischer Romane verschweigen diese Zahl gern, weil sie unliterarisch wirkt. Dabei beantwortet sie die erste Frage, die sich vor einem Regal stellt.

Wer Buchtipps sucht und wenig Zeit hat, findet in der Seitenzahl deshalb eine ehrlichere Auskunft als in jedem Klappentext. Zweihundert Seiten sind ein Abend, dreihundert sind ein Wochenende, und beides ist eine Entscheidung, die man vor dem Kauf treffen darf.

?Häufige Fragen

Warum stehen hier nur sieben Bücher?

Weil zu diesen sieben genug vorliegt, um sie ordentlich zu besprechen. Eine längere Liste mit dünneren Einträgen wäre leichter zu erstellen und für niemanden nützlicher.

Nach welchen Kriterien wird ausgewählt?

Österreichischer Bezug über Autorin, Schauplatz oder Stoff, erschienen im deutschsprachigen Raum. Innerhalb dieses Rahmens entscheidet, was gelesen wurde.

Wird der Schluss eines Kriminalromans verraten?

Nein. Beschrieben wird, wie ermittelt wird und wie das Buch gebaut ist, nicht wer es war.

Stehen bei den Titeln Preise?

Nein, nur Form, Umfang, Erscheinungsjahr und ISBN. Preise ändern sich, die ISBN nicht.